Eröffnungsausstellung


'...far from the deathless gods'

23. Juni - 30 Juli 2017
Fr - So 15 - 20 Uhr und auf Anfrage


Das Projekt ELYSIUM bringt Künstler und Wissenschaftler in einen Dialog über Wünsche und Vorstellungen für eine bessere Zukunft. 

Die Eingangsausstellung „…far from the deathless gods“ legt den Grundstein dieser Untersuchung und vereint wissenschaftliche Arbeiten mit künstlerischen Werken. Es werden Themen behandelt, die über das gesamte ELYSIUM Projekt weiterentwickelt und weiterdiskutiert werden. 

Die gezeigten Arbeiten widmen sich den jeweiligen Themen bewusst multimedial und installativ, um einen späteren, intensiveren Diskurs mit den Wissenschaftlern zu ermöglichen.
Ausstellungskuratoren sind Lynn Seraina Battaglia (Schweiz) und Bernd Vorjans.

 

Mit der Lichtinstallation „Et Tout Ceci Est Vrai“ (und all dies ist wahr) des Berliner Künstlers Marcel Bühler und der interaktiven App „News Wheel“ von Jody Zellen, der amerikanischen Pionierin auf dem Gebiet Digital Arts und Programmierung, wird der Dialog zum Thema Nachrichten eröffnet. Sind sie subjektiv, alternativ oder doch objektiv wahr?    

 

 

   

Der Belgier Johan Pille tritt dazu räumlich und thematisch in den unmittelbaren Dialog. Seine privaten erotischen Zeichnungen werden zu einem flächendeckenden Rapport-Muster. Sichtbar wird damit das Spannungsverhältnis zwischen omnipräsenter, industriegemachter Erotik und der, mit einer gewissen Heimlichkeit einhergehenden Sinnlichkeit. Die amerikanische Chemikerin und Künstlerin Jaqueline Heer wird sich mit der performativen Arbeit „Taboo“ ähnlichen Fragen widmen.

 

 

 

Eine zugleich apokalyptisch wirkende Videoinstallation des in London und Berlin lebenden Künstlers Sonny Sanjay Vadgama stellt die allem übergeordnete Frage nach Chaos und dessen Strukturierung.  Eine spielerische, individuelle Sortierung erlaubt Albena Baevas (Bulgarien) „Archaeologie of the Present“- Installation.

 

Einen weiteren Horizont eröffnet die SOCIETY FOR NONTRIVIAL PURSUITS mit einer technisch-künstlerischen Annäherung:
Komplexe Verhaltensweisen, ob in Feedback-Systemen, chaotischen Schaltungen, sozialen Systemen oder Computerprogrammen, sind faszinierend zu beobachten. Die Society for Nontrivial Pursuits (Studierende, Alumni/ae und Freunde der Klasse für Generative Kunst / Computational Art an der UdK Berlin, Alberto de Campo und Hannes Hoelzl) untersucht die Möglichkeitsräume solcher Systeme. Wir entwerfen, bauen und programmieren unsere eigenen audiovisuellen Performance-Systeme auf Basis einer Vielzahl von Geräten, Sensoren, Analogelektronik, Software-Synthese, und verwenden diese in diversen Projekten, zwischen Installation, Performance und Experiment.

 

 

Passend zu Stoll/Wachall‘s digitalen Tableaus mit „Gaming-Gear“ werden Studierendes des Fachbereichs „Game Design“ der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) unter der Leitung der Professoren Susanne Brandhorst und Thomas Bremer den ELYSIUM-Auftakt durch „HoloLens“, ein state of the art game design jam, ergänzen.

 

In zwei Wunderkammern mit den Titeln „Not in my backyard“ und „Star Mountain/Fool’s Hill“, sowie einer begrünten Wand setzen sich die Berliner Künstlerin Susanne Roewer und die Geologin/Pflanzenexpertin Diana Lieber mit der Frage nach Ressourcen für Lebens- und Betäubungsmittel, Bau- und Verarbeitungsstoffe auseinander.

 

 

 

Das ELYSIUM kann nicht nur mithilfe des Sehsinns gefunden werden – wir brauchen alle Sinne für die Zukunft – und so widmen sich der Soundkünstler Wolfram Spyra (Les Chants-Élysées), der Fotograf Gerhard Haug (Mottenmusik) und die Künstlerin Yuki Jungesblut (Starpiano) dem audiovisuellen – ELYSIUM Sound. Das ELYSIUM klingt!

 

 

 

Alte und neue Spielzeuge, die das Verlorengehen in historischen und privaten Panoramen ins Visier nehmen, präsentieren im höchst wörtlichen Sinn die Video-Installationen des Berliner Künstlerduos Stoll/Wachall.

 

 

Die SfNTP gibt ein Konzert zur Eröffnung am 23. Juni. Das Programm umfasst audiovisuelle Performances in kleinen Besetzungen und eine offene Netzwerkmusik-Komposition, deren Verlauf ein großes Ensemble nach einem utopisch/demokratischen Modell live programmierend gemeinsam gestaltet. Außerdem realisieren wir als Installation ein Netzwerk von Klangobjekten, die den Sommer über in den Bäumen um die Novilla schweben und flüchtige Kommunikationsmuster in Zeit und Klangraum weben. 

 

Lynn Seraina Battaglia[626].jpg

Lynn seraina Battaglia (CH)

Lynn Seraina Battaglia studierte Kunstgeschichte und Anglistik an der Universität Basel, Fortbildung am Sotheby´s Institute London, danach Tätigkeiten für verschiedene Galerien in Basel, New York und Berlin.

Bernd vorjans (D)

Bernd Vorjans studierte politische Wissenschaften an der FU Berlin. Verschiedene Tätigkeiten als Autor, Kinobetreiber, Festivalorganisator, Film- und Theaterproduzent, Mitinhaber Künstleragentur, Direktor der Stiftung für kulturelle Weiterbildung und Kulturberatung in Berlin, Kulturamtsleiter in Dessau-Roßlau, Werkleiter JenaKultur. Gesellschafter der moving poets GmbH. Mitwirkung in verschiedenen Jurys, Ausstellungs- und Festivalkurator.


Performances for "...far from the deathless gods"

 
 

MOON&MELODY (Roksana Vikaluk & Wolfram Spyra)

Les Chants Elysés, 2017

MOON&MELODY sind ein internationales Duett, die im Genre Folktronica, ihre Musik auf sogenannten Soundscapes (akustische Klanglandschaften von individuellen Biotopen oder Städten) mithilfe von Experimenten und Musik aus aller Welt aufbauen. Beide spielen elektronische Instrumente, Roksana singt dazu.

"When playing together, we discover new areas of ourselves and the world around, unknown to us so far .... as a result we create completely different sound spaces which even surprise ourselves ...."

 

 

Jacqueline Heer

Ariadne [waking up in times of drone wars] and the lamb
                                                                   A peep show.
2017

"Ariadne and the Lamb" reflektiert die Perspektive einer tiefen inneren Veränderung, und die Kraft der Umstände, die sie antreibt. Die Bedeutung dieser Performance entsteht aus einer Gruppe von Aktionen und visuellen Repräsentationen, welche sich in zwei transformierende Ereignisse unterteilen lassen: Ariadne, aufwachend im Hier und Jetzt, und das stille Opfern eines Lammes dem menschliches Verlangen zufolge. Es gibt eine versteckte Symmetrie, eine Ähnlichkeit, ebenso aber auch eine gemeinsame Verwirrung zwischen ihnen, die sich in der Unvermeidlichkeit ihres Glauben miteinander verflechten. Dies sind viele Elemente, die der klassischen Romantik zuzuordnen sind und das wiederum in ihrer eigenen Performance anzuwenden ist ihre persönliche Herausforderung: ein Objekt zu dekonstruieren, es zu zerstören, das noch mit traditionellen Werten verwurzelt ist.


 

Alyce Cristina Vallejo, MyLoan Dinh & Till Schmidt-Rimpler

Games of Gods (Götterspiele), 2017

Mit der Schicksaalhaftigkeit des Seins im heimlichen Spiel der Götter befassen sich die Moving Poets Künstler MyLoan Dinh, Alyce Christina Vallejo und Till Schmidt-Rimpler in ihrer eigens für das ELYSIUM geschaffenen performance Games of Gods (Götterspiele) - eine zeitgenössische Nachdenklichkeit zum Gang der Dinge. Die Performance findet draußen statt und dauert ca. 30-40 Minuten.

 


 

Brianne Curran

Sonatine in 4 Sätzen für 229 Mehlmotten (Ephestia kuehniella), eine Stubenfliege (Musca domestica) und drei nicht mehr definierbare Lebewesen. Hommage à John Cage, 2017   

 

 

 

Lenja Kaufmann, I Chen Lin, Robert Münzinger
(HTW Berlin - Game Design)

HoloAlbum - a farewell story, 2017

 

 

THE SOCIETY FOR NONTRIVAL PURSUIT
(UdK Berlin - Generative Kunst / Computional Art)